Radeln im innerstadtnahen Grün Kölns
Teil 1. Von der Südbrücke zur Zoobrücke, rechtsrheinisch
Ich habe mir vorgenommen, meine Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Dazu gehören das Vorgebirge, der Kottenforst, Bonn, das Ahrtal, Köln, das Bergische Land. Ich fange mit Köln an, weil es die wichtigeste Stadt in der Region ist, ich sie aber kaum kenne, obwohl ich auch schon ein paar Jahre hier wohne.
Auf der Radreisemesse des ADFC in Bad Godesberg bin ich fündig geworden und habe am Stand der Stadt Köln einen Stapel mit "Touren in und um Köln" mitgenommen.
Der etwas sperrige Titel "Mit dem Rad auf den Spuren des preußischen Kölns - im innenstadtnahen Grün" ist der ansonsten vorzüglichen Internet-Seite der Stadt Radfahren in Köln entnommen. Da kommt das bürokratisch-preußische durch, das dem Rheinländer durchaus zu eigen ist. Ich beginne mit dieser Tour, weil sie mir von Bornheim aus gesehen, am nächsten liegt.
Es ist Dienstag, der 3. Juli 2018, Deutschland ist gegen Süd-Korea bei der WM ausgeschieden und gestern ebenso nach grandiosem Spiel die Japaner gegen Belgien und Mexiko gegen Brasilien.
Der Rest ist noch offen. Mein Tipp: Frankreich!
An der Südbrücke also geht es los:
"Die in den Jahren 1906 bis 1910 für den Güterverkehr erbaute Südbrücke besitzt massive Brückentürme. Die unteren Bereiche dienten, wie bei der Hohenzollernbrücke, der Verteidigung des Brückenkopfes innerhalb der Festung Köln. Die niedrigen Räume im Innern wurden auch zur Aufstellung von Geschützen genutzt. So konnte zum einen der Zerstörung der Brücke durch den Feind vorgebeugt werden. Zum anderen konnte aber auch verhindert werden, dass die Brücke von Feinden als Verkehrsweg genutzt wurde. Die Schießscharten im Sockelbereich der Brückentürme haben demnach militärische Gründe."
| Der militärische Zweck ist dem Brückenturm noch deutlich anzusehen. Auf jeden Fall ein imposantes Bauwerk. |
| Von oben hat man dann einen schönen Blick Richtung Süden |
| Man kann kaum glauben, dass man sich hier mitten in Köln befindet. Wenn auch auf der "schäl Sick". |
| So schäl ist die Sick gar nicht, ganz im Gegenteil überraschend angenehm, grün und weitläufig. |
Und man kann auf die "richtige" Rheinseite gucken. Mit Dom, Fernsehturm und Martinskirche. Von der "richtigen" Seite muß man immer auf die "schäl Sick" schauen. So hat alles seine zwei Seiten.
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Die Hohenzollernbrücke, auch eine Eisenbahnbrücke, die direkt in den Hauptbahnhof führt. Davor die Rheinpromenade, die abends und am Wochenende gut bevölkert ist, vorwiegend mit Zeitgenossen ausländischer Herkunft. Es sei ihnen gegönnt. Aber bitte den Platz so hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Klar, kann ich mir schenken, hält sich sowieso kaum jemand dran. Andererseits, wenn man sieht wie die Japaner und auch Afrikaner aus dem Senegal bei der WM in Rußland ihren Müll eingesammelt und entsorgt haben - vielleicht ändert sich ja doch mal was.
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Auch diese Auffahrt für Radfahrer und Fußgänger zur Zoobrücke ist ein Blickfang und schön anzusehen.
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| Hier ist der Startplatz für die Kölner Seilbahn. Eigentlich, aber ... |
"Noch ruht der Seilbahnbetrieb
Die Kölner Seilbahn ist über 60 Jahre alt. Ihr Freizeitwert und die Nostalgie sind uns sehr wichtig. Sind mit der fortgeschrittenen Zeit weitere technische Anpassungen notwendig, um auch in Zukunft mit ihr über den Rhein fahren zu können? Im Nachgang zur großen Störung am 30. Juli 2017 finden derzeit noch umfangreiche technische Bewertungen der gesamten Seilbahn-Anlage statt. Deshalb ruht der Betrieb noch. Wir berichten regelmäßig über den Fortgang und bitten um Verständnis!"
So heißt es auf der Homepage der Kölner Seilbahn. Das einzige, was an dem Satz richtig ist, ist dass die Seilbahn 60 Jahre alt ist.
Seit einem Jahr steht die Bahn, weil sich ein Seil verhakt hatte! So wichtig ist Köln die Bahn. Der letzte Bericht über den Fortgang der Reparatur stammt vom September 2017. So etwas Verlogenes!
| Fort X, die große Unbekannte. Ich habe es nicht gleich gefunden und 3 Passanten gefragt, wo das Fort X sei, sie wußten es nicht. Wir waren 300 m entfernt von dieser Anlage. |
Das Fort ist eines von ursprünglich 11 geplanten Festungsanlagen, die 1815 unter Kaiser Friedrich Wilhelm III gebaut wurden. Es solle die Rheinlinie (gegen die Franzosen) verstärken. 1920, nach dem 1. Weltkrieg, sollte das Fort gesprengt werden. Dafür gab es sogar ein eigens geschaffenes "Entfestigungsamt". Doch dazu kam es nicht, stattdessen wurde die Anlage auf Betreiben des Bürgermeisters Konrad Adenauer in einen Rosengarten verwandelt.
| Idylle mitten in Köln Neustadt-Nord. Übrigens: Alle Straßen, die an den ehemaligen Forts liegen, heißen Wall. |
| Plantanen säumen den vielbenutzen Weg. Aber er ist so breit, dass es keinen Streß gibt. |
Die Begeisterung beim Rudelglotzen hält sich nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft in Grenzen. An uns liegt's nicht!
Teil 2.
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| Das ist die Tour: Südbrücke - Zoobrücke und durch die Grünanlage wieder zurück. |
Was bleibt:
Köln läßt sich ruhig und angenehm durchradeln, wer hätte das gedacht?
Die Deutzer Seite ist noch ruhiger und angenehmer zu fahren.
An einigen entscheidenen Stellen fehlt der "Lückenschluß" für die Radler. Schade!
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